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Wie kommt man mit Claude Code, dem Programmierwerkzeug von Anthropic, ohne Entwicklerkenntnisse zu brauchbaren Ergebnissen? Darüber spricht Joël Kaczmarek in der Folge 1639 des Podcasts digital kompakt vom 21. September 2026 mit dem KI-Berater Hamid Hosseini. CONTIC ist eine Unternehmensberatung in Gengenbach und berät KMU seit 2007. Claude Code setzt CONTIC seit Monaten im eigenen Betrieb ein. Gilbert Seilheimer, Inhaber von CONTIC und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Offenburg, hat die eigene Arbeitsweise deshalb gegen die Ratschläge aus der Folge geprüft.
Was Hamid Hosseini empfiehlt — und warum es stimmt
Hosseinis Ratschläge für Claude Code lassen sich in vier Punkten zusammenfassen:
- Erst planen, dann bauen. Im Planmodus schlägt das Modell ein Konzept vor, bevor es etwas ändert.
- Klar beschreiben. Abläufe und Nutzerwege gehören in die Anweisung, nicht in den Kopf.
- Prüfschleifen einbauen. Das Modell macht zum Beispiel einen Screenshot der Seite und misst Abstände nach.
- Parallele Agenten trennen. Jeder Agent bearbeitet einen klar abgegrenzten Teil, damit sich keiner in die Quere kommt.
Diese Empfehlungen decken sich mit unserer Erfahrung.
Was in der Folge fehlt: der Betrieb
Wie das Gebaute in den laufenden Betrieb kommt, kündigt die Folge an, behandelt es aber nur am Rand. CONTIC betreibt fünf Websites mit Claude Code: Texte, Suchmaschinenfelder, strukturierte Daten. Aus dieser Arbeit sind dabei drei Regeln entstanden, die in der Folge nicht vorkommen.
Regel 1 — Anweisungen gehören in eine Datei, nicht in den Chat
Claude Code liest zu Beginn jeder Sitzung eine Anweisungsdatei im Projektordner. Dort stehen bei uns Zuständigkeiten, Freigabepflichten und Verbote. Was nur im Chat steht, ist in der nächsten Sitzung vergessen. Die Datei muss jedoch klein bleiben. Das Modell liest sie nämlich jedes Mal vollständig. Unsere Aufgabenliste war auf über 5.000 Zeilen angewachsen. Heute führt sie nur noch Kurzfassungen auf 258 Zeilen, die Langfassungen liegen in eigenen Dateien.
Regel 2 — Einer Erfolgsmeldung nicht glauben, sondern zurücklesen
Im Juli 2026 meldete ein Schreibzugriff auf eine unserer Websites „gespeichert“. Beim Abgleich mit der geplanten Fassung fehlten 119 Backslashes. Dadurch wurden die Farbangaben der Seite ungültig. Die Ursache lag nicht im Modell, sondern in der Schnittstelle zu WordPress. Seitdem liest das Werkzeug nach jedem Speichern den Inhalt zurück und vergleicht ihn mit dem Soll.
Regel 3 — Prüfen am echten Bestand, nicht an eigenen Beispielen
Ein Filter für Schlagwörter im Blog bestand die Prüfung an 18 selbst gewählten Beispielen ohne Fehler. Erst der Test an allen 226 vorhandenen Schlagwörtern zeigte: Die Regel hätte 19 brauchbare Begriffe fälschlich verworfen. Selbst gewählte Beispiele bestätigen, was man ohnehin erwartet.
Wo wir widersprechen
„Tokenverbrauch ist egal“, heißt es in der Folge — für ein Unternehmen gilt das nicht. Hosseini empfiehlt selbst, das Modell nach Aufgabe zu wählen: einfache Arbeit an ein kleines Modell, schwierige an ein großes. Außerdem läuft eine Prüfschleife bei uns nicht, „bis kein Fehler mehr auftritt“. Sie braucht eine Obergrenze, etwa drei Runden. Danach entscheidet ein Mensch.
Europäisches Rechenzentrum: möglich, aber mit anderer Rechnung
Hosseini nennt in der Folge einen Weg, die Modelle in Europa zu nutzen: über die Cloud-Angebote von Amazon oder Microsoft. Bei Amazon heißt dieser Dienst Bedrock. Mit einem EU-Profil bleiben die Anfragen dort in europäischen Rechenzentren. Claude Code lässt sich zudem auf diesen Zugang umstellen.
Der Unterschied liegt jedoch in der Abrechnung. Ein Abo bei Anthropic kostet einen festen Monatsbetrag. Über Bedrock zahlt ein Unternehmen dagegen jedes Token einzeln, also jedes Textstück, das das Modell liest oder schreibt. Die Kosten wachsen damit mit der Nutzung. Folglich schlägt eine lange Sitzung mit vielen parallelen Agenten voll auf die Rechnung durch. Wer diesen Weg wählt, legt deshalb vorher ein Budget und eine Kostenwarnung fest.
Beim Datenschutz bleibt außerdem ein Punkt offen. Auch im europäischen Rechenzentrum bleibt der Anbieter ein US-Unternehmen, und der US CLOUD Act gilt weiter. Wer mit Kundendaten arbeitet, klärt das vor der Werkzeugwahl. Rechtstexte kann Claude Code entwerfen, prüfen muss sie trotzdem eine Anwältin oder ein Anwalt. Darin sind sich Hosseini und wir einig.
Claude Code für KMU: Was das für Ihr Unternehmen heißt
Claude Code für KMU lohnt sich, wenn Regeln, Prüfungen und Zuständigkeiten vor dem ersten Befehl feststehen. In der Technologieberatung setzt CONTIC diesen Rahmen mit Ihnen auf. Die Prozessautomatisierung bringt ihn anschließend in den Alltag.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Quelle: digital kompakt, Folge 1639 „KI Lessons Learned mit Hamid“, 21. September 2026.
